Anatomie des Musikers · Technik und Performance
Violoncello und Kontrabass
Buch mit 218 illustrierten Seiten.
Éditions Marc Papillon – 2021
Das Buch
Visualisieren und besser spüren
Vorwort von Xavier Gagnepain
Musiker, Professor und Dirigent

Für einen Musiker ist und bleibt das Ohr unbestreitbar das wichtigste Werkzeug. Mit ihm entwickelt er seinen inneren Gesang, der ihm als klangliches Vorbild dient. Dank des Ohrs kann er die Qualität dessen beurteilen, was er wiedergibt. Und das Ohr ist es auch, das prüft, ob die ursprüngliche Vorstellung getreu umgesetzt wird.
Es ist daher illusorisch zu hoffen, dass die Qualität einer Bewegung oder die Perfektion einer Haltung allein die Schönheit eines Klangs oder einer Interpretation hervorbringen könnten. Ohne das Ohr, das träumt, ohne das Ohr, das kontrolliert, ist der Körper machtlos.
Doch das Ohr täte nicht gut daran, sich für allmächtig zu halten. Wer die Kenntnis des Körpers und seiner Funktionsweise zu sehr vernachlässigt, beraubt sich des direktesten Mittels, sein Ziel zu erreichen. Vor allem aber geht er ein großes Risiko ein: das Werkzeug, das er für seine künstlerischen Ziele so dringend braucht, vorübergehend – oder gar unwiderruflich – zu schädigen.
Da ich selbst entscheidende Veränderungen in meinem Umgang mit der Haltung und im Verständnis meiner Bewegungen vorgenommen habe, ermesse ich heute, wie recht ich hatte, mich für die Biomechanik des Musikers zu interessieren und die Nähe derer zu suchen, die sich mit dieser Frage befassen.
Als Cellist, als Lehrer und als Dirigent kann ich meinen Kollegen und Schülern nur dringend raten, diesem Thema ihrerseits echte Aufmerksamkeit zu schenken. Ihre Intuition allein oder die Ratschläge ihrer Lehrer reichen nicht aus. Ein fundiertes Wissen über die körperlichen Zusammenhänge kann ihnen Probleme ersparen, die stundenlanges Üben oft nicht löst – oder manchmal sogar verschlimmert…
Fügt sich eine Bewegung in einen harmonischen Ablauf ein, hat sie gute Chancen, sich in doppelter Wirksamkeit am Instrument niederzuschlagen. Sie bringt dann echte Verbesserungen in der Klangerzeugung und erleichtert die Virtuosität erheblich – bis hin zu jener auf der Bühne so begehrten Selbstverständlichkeit, die ich gern die Choreografie der Leichtigkeit nenne.
Xavier GAGNEPAIN – Cellist und Pädagoge
Vorwort von Yves Le Bellec
Handchirurg für Musiker

Nach dem Erfolg der ersten beiden Bände von „Anatomie des Musikers“ – der erste über Violine und Viola, der zweite über die Blasinstrumente Trompete, Horn, Posaune und Tuba – wurde der dritte Band mit Ungeduld erwartet. Er widmet sich dem Studium der Anatomie und Physiologie, diesmal angewandt auf das Spiel von Violoncello und Kontrabass.
Dieses Buch ist das Werk eines Leidenschaftlichen. Marc Papillon liebt die Musik und die Künste im Allgemeinen, und er liebt die Musiker, mit denen er seit Jahren als Physiotherapeut arbeitet.
Wie jeder Leidenschaftliche gibt er gern weiter. Das geschieht im Rahmen zahlreicher Kongresse, an denen er aktiv teilnimmt, sowie in den Fortbildungen und Kursen, die er regelmäßig in Frankreich und im Ausland veranstaltet. Dieses neue Buch steht ganz im Zeichen dieses Willens zur Weitergabe und zur Pädagogik für Musiker. Diese kennen die Anatomie ihres Instruments perfekt, ebenso seine Funktionsweise und all die technischen Feinheiten, mit denen sich ihm die schönsten Klänge, Nuancen und Farben entlocken lassen. Doch das erste Instrument der Musiker ist ihr eigener Körper, mit dessen Hilfe sie ihr Musikinstrument überhaupt spielen können (Aristoteles sagt, die Hand sei das Instrument der Instrumente).
Und die Musiker kennen diesen Körper, der doch eines ihrer kostbarsten Güter ist, sehr oft nicht. Um diesen Körper jedoch optimal zu nutzen, ihn zu schonen und nicht vorzeitig „abzunutzen“, sind die Kenntnis der anatomischen Grundlagen und das Verständnis der Physiologie unerlässlich.
Mit diesem Werk ermöglicht Marc Papillon Cellisten und Kontrabassisten (Berufsmusikern, Amateuren und Lehrenden), sich das unverzichtbare Wissen anzueignen, um eine möglichst ergonomische Bewegung zu entwickeln, die Anatomie und Physiologie bestmöglich respektiert. Nur um diesen Preis, den der Kenntnis des Körpers, lassen sich instrumentenbedingte Erkrankungen – Tendinopathien, Misuse-Syndrome, Overuse-Syndrome und andere berufsbedingte Pathologien – vermeiden.
Nach den Geigern und Bratschern, nach den Bläsern haben heute die Cellisten und Kontrabassisten das Glück, über ein sehr pädagogisches Werk zu verfügen, das ihnen das unverzichtbare Wissen zum Verständnis der instrumentalen Bewegung vermittelt. Jeder Begriff wird sehr anschaulich erklärt; jeder Textseite steht eine sehr klare Bildseite gegenüber, die Foto und Zeichnung nebeneinanderstellt. Auch Therapeuten, insbesondere Physiotherapeuten, finden in diesem Buch zahlreiche äußerst nützliche Schlüssel für die Behandlung ihrer Musikerpatienten.
Hoffen wir, dass bald auch die anderen Instrumentalisten von weiteren Bänden profitieren können!
Yves LE BELLEC – Handchirurg
Vorwort von Étienne Renard
Musiker – Kontrabassist

Als Improvisator habe ich immer versucht, in der Musik, die ich spiele, so frei wie möglich zu sein. Darauf habe ich stets hingearbeitet und mein musikalisches Gehör so entwickelt, dass es sich von möglichen Blockaden befreit.
Doch beim Üben, allein oder in der Gruppe, wurde mir klar, dass das Ohr allein nicht die Macht hatte, meinen musikalischen Ausdruck zu befreien. Auch der Körper hatte ein Wörtchen mitzureden. Also begann ich, ihn beim Spielen zu beobachten, und versuchte, ihn zu verstehen.
Warum waren manche Bewegungen auf dem Instrument schwieriger als andere, obwohl ich anzuwenden versuchte, was meine Lehrer mir beigebracht hatten?
Warum hatte ich ein recht hohes technisches Niveau erreicht und konnte sehr anspruchsvolle Phrasen und/oder hohe Tempi spielen, während manche Phrasen in einem vermeintlich leicht zugänglichen Register des Instruments schwieriger perfekt auszuführen waren?
Mein Körper erwies sich als wesentlich für die Wahrnehmung des Tempos, für die Intonation, die Ausdauer und die Klangarbeit.
Mir wurde bewusst, dass eine empirische Beobachtung meines körperlichen Verhaltens beim Spielen nicht ausreichte. Ich musste die Funktionsweise meiner Muskeln, meiner Gelenke, meiner Atmung… auch technisch verstehen – um schließlich die letzten Hindernisse auf dem Weg zu der Freiheit zu beseitigen, die ich auf diesem so anspruchsvollen Instrument suche!
Étienne Renard – Kontrabassist
Buch bestellen
Anatomie des Musikers
Buch mit 218 illustrierten Seiten.
Éditions Marc Papillon – 2021

